Leben in den Wohngruppen
Im Vordergrund steht die Persönlichkeitsentwicklung der Bewohner und das Vermitteln von Lebensqualität. Grundlage dafür ist die Schaffung eines Zuhauses. Die Kinder und Jugendlichen sollen eine entspannte und angenehme Wohnatmosphäre erleben. Ihre Zimmer sind individuell eingerichtet und abgestimmt auf die jeweiligen Wünsche und Bedürfnisse.
Die Lage der Wohngruppen ermöglicht sowohl eine Integration in den Ort als auch intensive Bewegungsfreiräume in der umliegenden Natur. Der große zur Villa gehörenden Garten mit seinen individuellen Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten ermöglicht Freispiel und verschiedenste Bewegungsmöglichkeiten
Wesentliche Voraussetzungen für die Förderung für Menschen mit Autismus ist ein klar strukturierter Tagesablauf. Dieser wird veranschaulicht mit Hilfe von Bild- und Strukturkarten, die sichtbar für alle Kinder und Jugendlichen aushängen.
Zur Förderung ihrer Selbständigkeit haben die Kinder und Jugendlichen hauswirtschaftliche Aufgaben wie z.B. Vorbereitung von Mahlzeiten, Tischdienste, Sauberhalten ihres Zimmers und der Gemeinschaftsräume, Müll entsorgen, Einkäufe etc. übernommen. Je nach Fähigkeit werden sie dabei von den Pädagogen unterstützt und angeleitet.
Die Förderung der lebenspraktischen Fähigkeiten nimmt großen Raum im Alltagsleben ein. Das lebenspraktische Lernen ist einer der Grundsätze für die Persönlichkeitsentwicklung. Die Bewohner werden unterstützt und angeleitet, z.B. bei der Körperpflege und bei der täglichen Hygiene unter Wahrung ihrer Intimsphäre, ebenso beim An- und Ausziehen und beim Training von Essen und Trinken. Es ist Ziel, dass das Kind oder der Jugendliche alles, was es kann, selbstständig ausführt. Das Erlernen dieser Fähigkeiten muss in kleinsten Schritten geübt werden und baut auf dem jeweiligen Entwicklungsstand auf. Die Tätigkeiten werden im Tagesablauf gefördert und gefestigt. Teilweise müssen die Kinder und Jugendlichen dabei stark unterstützt werden, mit Handführung, Stütze und/oder mit verbaler Aufforderung.
Das Kochen und Zubereiten der Mahlzeiten wird von den Pädagogen übernommen und die Kinder und Jugendlichen werden, so weit es geht, mit einbezogen. Bekleidungseinkäufe, Friseurbesuche und therapeutische Angebote, wie z.B. Logopädie und Krankengymnastik, gehören zum Alltag. So haben die Kinder immer wieder die Möglichkeit, sich mit ihrer Umwelt auseinander zu setzen und neue Kompetenzen zu entwickeln.
Die Freizeitangebote sind vielfältig und auf die Wünsche, Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kinder ausgerichtet. Ein Teil der Freizeitgestaltung ist vorgegeben und strukturiert, da Kinder und Jugendliche mit Autismus oft nicht in der Lage sind, ihre Freizeit kreativ und sinnvoll zu gestalten und oft fehlt es auch an Motivation und Eigeninitiative. In geplanten Freizeitangeboten können zudem Über- und Unterforderungssituationen vermieden werden. Außerdem soll Raum für strukturlose Zeit ohne Anforderungen gegeben sein, mit der Möglichkeit zum Rückzug und zur Entspannung.
Einen besonders großen Raum nehmen der Aufbau und die Gestaltung der sozialen Beziehungen ein. Die Kinder und Jugendlichen erleben in den Gruppen eine geborgene und liebevolle Atmosphäre. Den Fähigkeiten und Möglichkeiten entsprechend finden in diesem Bereich z.B. Gespräche, „Tobe- oder Kuscheleinheiten“ statt.
Psychomotorische Angebote (Schwimmen, Rad fahren und auch Spaziergänge) sind in den Alltag integriert und fördern die Wahrnehmung und die Motorik.
Die Integration und die sozialen Kompetenzen werden gefördert durch diverse Außenaktivitäten, wie z.B. Kino- und Restaurantbesuche, Ausflüge, Stadtbummel oder Discobesuche. Innerhalb der beiden Wohngruppen finden auch gruppenübergreifende Freizeitangebote statt, wie z.B. gemeinsame Feiern, Grillfeste und Ausflüge. So können die Kinder und Jugendlichen zueinander Kontakt herstellen und lernen, sich als Gruppe zu erleben. Gruppenfreizeiten sind fester Bestandteil des Wohnangebots und finden in der Regel einmal jährlich statt. Diese Reisen sind bei den Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Die Beziehungen zwischen Pädagogen und Kindern und das Gruppenerleben werden durch diese intensiviert.
Die Betreuung und Begleitung bei Krankheiten wird von den Wohngruppen übernommen, Arztbesuche werden regelmäßig durchgeführt.
Die Jugendlichen ziehen aus unseren Wohngruppen aus, wenn sie ihre Schulzeit beendet haben. Wir knüpfen frühzeitig Kontakte zu möglichen Folgeeinrichtungen und unterstützen die Jugendlichen und ihre Eltern bei der Wahl des neuen Zuhauses.



