Förderung des aktiven Sprachgebrauchs
Sprachanbahnung und Sprachtherapie mit autistischen Kindern und Jugendlichen beginnen bei der Förderung basaler Fähigkeiten zur Interaktion, die vielen Betroffenen schwer fällt: Blickkontakt, Teilen der gemeinsamen Aufmerksamkeit, angemessene, nonverbale Kommunikation. Anschließend kann in der Sprachtherapie darauf aufbauend mit dem Auf- und Ausbau des Sprachverständnisses, der Anbahnung erster Laute und Wörter und der Erweiterung der Mitteilungsstrukturen begonnen werden. Erstes Ziel ist es in jedem Fall, den aktiven und passiven Spracherwerb, besonders bei jüngeren Kindern, anzubahnen und zu unterstützen. Sprachliche Stereotypien und Fehlentwicklungen in der Lautbildung, im Wortschatz und der Grammatik werden dabei durch angemessenes Sprachverhalten ersetzt.
Gebärden
Kinder mit Autismus haben oft Schwierigkeiten, Lautsprache im kommunikativen Sinn zu verstehen und Aufforderungen umzusetzen. Es fällt ihnen häufig schwer, Mimik und Gestik zu deuten. Hier kann die Lautsprachbegleitende Gebärde einsetzen, die sich als eigenständiges Kommunikationsmittel eignet. Bei der Gebärdensprache werden Worte, Begriffe und Sätze mit Handzeichen deutlich gemacht. Gebärden und Zeigegesten haben gegenüber der verbalen Sprache den Vorteil, dass sie durch körperliche Hilfestellung angebahnt werden können.
Die Lautsprachbegleitende Gebärdensprache spricht mehrere Sinnesbereiche gleichzeitig an. Durch die Visualisierung ist sie länger wahrnehmbar und „greifbar“. Mit der Anwendung dieser Methode kann es auch zu ersten kontrollierten Lautäußerungen kommen
Einsatz von Wort-Bildkarten
Der Einsatz von Wort-Bildkarten ist besonders im Alltag sehr geeignet, Verständigung mit den Kindern über den Tagesablauf und die Abfolge der unterschiedlichen Tätigkeiten zu erreichen. Diese dienen vorwiegend der Darstellung der Tagesstruktur. Diese Kommunikationskarten haben einen hohen Aufforderungscharakter: Fotos, Symbole, Buchstaben und Worte bieten vielfache Möglichkeiten für Mitarbeiter und Kinder, um Bedürfnisse, Anforderungen und Handlungen mitzuteilen.
Gestützte Kommunikation
Der Begriff geht auf den englischen Ausdruck „Facilitated Communication“ (FC) zurück. Diese Methode wird seit Mitte der 90er Jahre auch in den Einrichtungen des Therapiezentrums angewandt. Sie resultiert aus der Erfahrung, dass geringe Berührungen helfen können, eine motorische Aufgabe auszuführen. Durch die Stütze an der Hand, am Arm bis hin zur Schulter können motorische Anforderungen, wie z. B. das gezielte Zeigen von Buchstaben, erlernt werden. So werden unter dem Einsatz von Ja-/Nein-Karten, Buchstaben- und Zahlenkarten sowie Computern im Alltag wie im Unterricht neue Lern- und Kommunikationsmöglichkeiten eröffnet. Ziel der Methode ist das möglichst sichere, selbstständige Zeigen auf Symbole, Bilder oder Buchstaben zum Zwecke der Kommunikation.
Bei dieser Kommunikationsmethode ist das autistische Kind oft langfristig auf die physische wie psychische Stütze durch einen Erwachsenen angewiesen. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass mehrere Personen (Eltern, Lehrer, Therapeut, Geschwister) als Stützer zur Verfügung stehen. Für die Arbeit als Stützer ist es erforderlich, sich umfassend fortzubilden, um einen sicheren, verantwortungsvollen und reflektierten Umgang mit der Methode zu erlernen.




