Psychomotorik
Die Motorik ist ein kompliziertes Werkgefüge motorischer, sensorischer und affektiver Faktoren. Sie hat eine besondere Bedeutung in der und für die Entwicklung des Kindes. Bewegungsbezogene Aktivitäten spielen eine zentrale Rolle beim Aufbau des Selbst- und Weltbildes. Über Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen werden grundlegende Lernprozesse in Gang gesetzt. Das Kind erhält Vorstellungen von Größe, Geschwindigkeit, Richtung, Intensität usw. in Verbindung mit dem Raum, der Zeit und dem Gegenüber. In Bewegungsspielen erlebt das Kind seinen Körper und dieser ist Bezugs- und Orientierungspunkt zur Umwelt.
Die Handlungen des Kindes sind Ausdruck für das innere Bewegtsein. Die individuelle Ausdrucksweise des autistischen Kindes ist der Ausgangspunkt, um den Dialog mit dem Kind aufzunehmen. Über den tonisch-emotionalen Dialog mit dem Therapeuten erlebt das autistische Kind, sich handelnd in die Umwelt einzubringen. Diese elementare Erfahrung hilft dem Kind, sich selbst, den anderen und die Umwelt bewusster wahrzunehmen.
Sensorische Integrationstherapie
Unter Sensorischer Integration ist die Eingliederung von Sinneseinwirkungen in die Gesamtheit aller Gehirnfunktionen zu verstehen, d. h. über die Haut, die Muskeln, die Gelenke, das Gleichgewichtsorgan und durch das Sehen, Hören, Riechen und Schmecken. Klare, eindeutige und basale Stimulationen vermitteln dem Kind systematisch Informationen über sich selbst und seine Umwelt. Ziel ist die Normalisierung und das Erleben des Körper-Ich.
Die gezielte Auseinandersetzung mit Sinneseindrücken soll die Verarbeitung der Wahrnehmung verbessern und den Kindern im Dialog mit Umwelt und Therapeuten zu einer inneren Ordnung verhelfen.
Affolter-Therapie
Die Affolter-Therapie ist eine Methode der Hand- und Körperführung mit dem Ziel, wahrnehmungsgestörten Kindern Spürinformationen über Handlungen und über Gegenstände zu vermitteln. Affolter sieht als Wurzel der Behandlung die „Problemlösenden Alltagsgeschehnisse“ des Kindes.
Diese bedingt, dass der Alltag des Kindes in die Förderung einbezogen wird. Alle Spürinformationen, die in einer Tätigkeit enthalten sind, werden dem Kind erfahrbar gemacht. Hände und Körper werden vollständig durch die gesamte Tätigkeit geführt. Am Ende steht ein sicht- und spürbares Erfolgserlebnis. Affolter betont, dass mit dem Kind lange Zeit auf der Straße der Wiedererkennung und des Verständnisses gearbeitet werden muss, um die Voraussetzungen für die selbständige Übernahme des Handlungsablaufes zu schaffen. Das selbständige Ausführen ist Fernziel, das nur in überschaubaren Teilschritten erreicht werden kann. Diese Methode bietet sich für autistische Kinder an, da sie kaum spontan nachahmen können und sprachliche Anweisungen nicht ausreichend verstehen.



