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Psychomotorik

Die Motorik ist eine komplexe Verbindung motorischer, sensorischer und affektiver Faktoren. Sie hat eine besondere Bedeutung für die Entwicklung des Kindes. Es handelt sich bei der Psychomotorik um Bewegungsangebote, über die Vorstellungen von Größe, Geschwindigkeit, Richtung, Intensität usw., im Dialog mit dem Pädagogen erfahren werden können. In Bewegungsspielen erlebt das Kind seinen Körper und dieser ist Bezugs- und Orientierungspunkt zur Umwelt.

Ziel der Psychomotorik ist es, dem Kind spielerisch Erfahrungen zu vermitteln, so dass es sich mit Hilfe fein angepasster Bewegungen in der Welt zurechtfinden kann. Psychomotorik ist Arbeit an der Psyche und an der Motorik: Wahrnehmen, Erleben und sich bewegen. Die Gefühlslage in der Situation ist von großer Bedeutung, da die Förderung spielerisch sein sollte.

In den Wohngruppen werden psychomotorische Angebote in den Alltag eingebaut. So werden im Garten dazu Schaukeln, Wippe, Klettergerüst und Fahrräder spielerisch genutzt. Auch im Haus sind z.B. ein Bällchenbad, Hängematten und verschiedene andere Materialien vorhanden. Der Alltagsbezug ist von großer Bedeutung. Das Kind soll in alltäglich wiederkehrenden Bewegungsanforderungen (z.B. Aufstehen, zu Bett gehen, An- und Ausziehen, Körperpflege und Essen) Sicherheiten erlangen.

Sensorische Integrationstherapie

Unter Sensorischer Integration ist die Sinnesreizaufnahme und angemessene Weiterverarbeitung von Sinneseinwirkungen in die Gesamtheit aller Gehirnfunktionen zu verstehen. Es werden Reize über die Wahrnehmungsorgane gesetzt. Klare, eindeutige und basale Stimulationen vermitteln dem Kind systematisch Informationen über sich selbst und seine Umwelt. Die gezielte Auseinandersetzung mit Sinneseindrücken soll die Verarbeitung der Wahrnehmung verbessern.

In den Wohngruppen werden diese Elemente in den Alltag einbezogen. So bekommt z.B. ein Kind ein abendliches Massageritual (Basale Stimulation). Um die Wahrnehmung zu fördern, werden z.B. beim Baden verschiedene Materialien wie Bürsten und Schwämme eingesetzt. Auch beim Spazierengehen wird Wahrnehmung erfahrbar gemacht, durch das Aufmerksammachen auf verschiedene Gerüche und Geräusche.

Affoltertherapie

Die Affolter-Therapie ist eine Methode der Hand- und Körperführung mit dem Ziel,  wahrnehmungsgestörten Kindern Spürinformationen über Widerstands-veränderungen in Alltagstätigkeiten zu vermitteln. Hände und Körper werden vollständig durch die gesamte Tätigkeit geführt. Am Ende steht ein sicht- und spürbares Erfolgserlebnis. Affolter betont, dass mit dem Kind lange Zeit an der Wiedererkennung und am Verständnis gearbeitet werden muss, um die Voraussetzungen für die selbstständige Übernahme der Handlungsabläufe zu schaffen.

Diese Methode wird in den Lebensalltag der Kinder und Jugendlichen eingefügt. So wird sie z.B. beim Kochen (u.a. Gemüseschneiden, Orangen auspressen) genutzt. Auch bei lebenspraktischen Handlungen wie Zähneputzen gibt sie den Kindern und Jugendlichen eine gute Möglichkeit, zu lernen.