Verhaltensorientierte Autismustherapie
Da sich autistische Kinder häufig nicht durch Imitation und Lernen am Modell Verhalten aneignen können, ist ein wesentlicher Schwerpunkt dieser Therapie die Verhaltensmodifikation auf lerntheoretischer Basis. Die verhaltenstherapeutischen Verfahren basieren auf lerntheoretischen Prinzipien und zielen darauf ab, erwünschte Verhaltensweisen aufzubauen und unerwünschtes Verhalten abzubauen.
Der verhaltenstherapeutischen Intervention geht eine Verhaltensdiagnostik voraus, aus der ein Therapieplan abgeleitet wird. Die Verhaltenstherapie ermöglicht den Erwerb neuer Verhaltensweisen bzw. den Aufbau sozialer Handlungskompetenz entsprechend der individuellen Lernmöglichkeiten des Kindes.
In den Wohngruppen wird diese Methode u.a. bei Aggressionen (und Autoaggressionen) und beim Selbstständigkeitstraining genutzt. Dabei wird überwiegend mit positiven Verstärkern gearbeitet.
Strukturiertes Lernen nach TEACCH
Die Einrichtungen der THZ gGmbH arbeiten mit TEACCH nach einem einheitlichen Förderprogramm. TEACCH wurde in den USA als Entwicklungsförderprogramm für autistische Menschen entwickelt:
Treatment and
Education of
Autistic and related
Communication handicapped
Children
(Behandlung und schulische Förderung autistischer und in ähnlicher Weise kommunikationsbehinderter Kinder).
Autistische Menschen können visuelle Informationen besser aufnehmen als verbale. Mit dieser Methode können autistische Menschen aller Altersgruppen und Funktionsgrade in ihrer Entwicklung unterstützt werden, indem ihre Umgebung für sie geordnet wird und sie selbst mit klaren, konkreten und sinnvollen Informationen versorgt werden. Dabei werden individuell abgestimmte Strukturhilfen eingesetzt, die sich in den Räumlichkeiten, den Tagesplänen, den Arbeitssystemen und in den einzelnen Aufgabenstellungen wieder finden. Strukturierung bedeutet für einen autistischen Menschen Orientierung und Sicherheit.
Zielsetzung ist es, den Menschen mit Autismus zu ermöglichen, trotz ihrer Behinderung ein Höchstmaß an Sicherheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität zu erreichen.
In den Wohngruppen wird mit der Strukturierung und den visuellen Informationen in Form von Strukturplänen gearbeitet, die den Tagesablauf verdeutlichen. Mit Hilfe der Pläne wird gezeigt, welche Tätigkeit gerade „dran“ ist und was als nächstes folgt. Anhand von Plänen, auf denen von oben nach unten die einzelnen Handlungsschritte gezeigt und schriftlich benannt sind, soll der Bewohner lernen, sich z.B. selbstständig die Zähne zu putzen.
Entsprechend der Fähigkeiten und Bedürfnisse der Menschen mit Autismus sollen die Strukturen immer weiter geöffnet werden. So wird die „bewältigbare Welt“ immer größer.

